Affektive Prognose (Wilson & Gilbert, 2003) beschreibt die Fähigkeit, zukünftige emotionale Zustände vorherzusagen. Menschen sind dabei systematisch verzerrt.

Die Kernprobleme:

1. Impact Bias: Menschen überschätzen Intensität und Dauer zukünftiger Emotionen. Ereignisse wirken weniger stark auf uns als erwartet.

2. Focalism: Menschen fokussieren sich auf das Ereignis selbst und vernachlässigen Kontextfaktoren, die die emotionale Reaktion dämpfen.

3. Immune Neglect: Menschen unterschätzen ihre eigene psychologische Abwehrkraft und Fähigkeit zur Emotionsregulation.

Empirische Befunde: - Professoren vor Tenure-Entscheidung: Prognose extreme Emotionen, Monate später keine Spur - Lotteriegewinner und Querschnittsgelähmte: Beide kehren bemerkenswert schnell zum Basislevel zurück

Für CX: - Kunden überschätzen meist, wie glücklich/unglücklich sie durch Kaufentscheidungen sein werden - Antizipationsfreude ist oft angenehmer als die eigentliche Erfahrung